Denn Sie wissen, was zu tun ist

DIE WELT vom 24.2.19 (Essay): Denn es bringt ja überhaupt nichts, der Vielzahl an Informationen, Angeboten und Herausforderungen damit zu begegnen, dass man langsamer wird und weniger tut. Man muss sich entscheiden, was man überhaupt beeinflussen kann und welche der beeinflussbaren Faktoren von wirklicher Bedeutung für das eigene Leben sind. Und dabei akzeptieren, dass man nicht immer alle Möglichkeiten ausschöpfen und allen gerecht werden kann. Ohne die Menschen und Dinge zu vernachlässigen, die für das eigene Leben am wichtigsten sind. []

Die Angst als Kompass nutzen

DEUTSCHLANDFUNK NOVA vom 21.10.18 (Interview): „Das Geschenk besteht darin, wenn man nicht wegläuft vor der Angst, sondern sich damit beschäftigt, dann kann man sie wie einen Kompass benutzen, der einem zeigt, wo man langgehen muss. … Letztendlich ist es so, dass der Tod nicht schön ist. Dadurch, dass wir sterben, wird unser Leben aber erst wertvoll.“ []

Die gar nicht so verlorene Generation

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG  vom 10.8.17 (Essay): Getrieben von einer unendlichen Flut an Ratgebern, sind Generationen über­besorgter Eltern herangewachsen, die ihre Kinder vor allen Gefahren des Lebens schützen wollen, weil sie Angst haben, durch Versäumnisse schuld zu sein an deren zukünftigem Scheitern. Doch das führt fatalerweise zum Gegenteil, weil den Kindern durch das ständige Abschirmen die Möglichkeit genommen wird, echte Heraus­forderungen zu meistern und durch diese Erfahrung das Gefühl zu entwickeln, den Heraus­forderungen der sie umgebenden Welt gewachsen zu sein. []

Die Schönheit in der Andersartigkeit

FAS vom 30.4.17 (Essay): Wir müssen uns als vielfältige Gemeinschaft auch klar darüber werden, wo die Grenzen der Handlungs­freiheit Anders­denkender sind. Und zwar unabhängig davon, ob ihre Über­zeugungen mit unseren eigenen übereinstimmen. … Wir müssen die Grenzen der Freiheit so festlegen, dass wir sie anwenden können, ohne mit zweierlei Maß zu messen. []

Wie das Internet unser Gehirn verändert

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG vom 21.12.16 (Interview): „Das mit den Filter­bubbles halte ich in Teilen für ein Gerücht. Wir sind derzeit durch das Internet mit so vielen neuen Informationen konfrontiert wie noch nie zuvor. Ich denke, dass viel von der gefühlten gesell­schaftlichen Überforderung auch damit zu tun hat. Außerdem habe ich den Eindruck, dass das Argument der Filterblase oft ein Herab­blicken ist auf Leute, die sich angeblich in solchen Filterblasen befinden. Wir werfen das gerne unseren „gefühlten“ Gegnern vor, das erinnert mich immer an Ehestreits, in denen es ja auch oft so parallele Realitäten gibt, aber man immer seine eigene Realität für unglaublich objektiv hält und dem anderen Verzerrung vorwirft. Es werden in den aktuellen Diskussionen auf beiden Seiten Regeln des fairen Umgangs miteinander verletzt und es wird unzulässig pauschalisiert.” []

Wozu Psychiater besser schweigen

DER SPIEGEL vom 3.12.16 (Essay): Genau dies sollten Psychiater … nicht tun: durch das großzügige Austeilen psychiatrischer Diagnosen in gesellschaftliche Prozesse eingreifen. Wir haben eine lange und teilweise düstere Geschichte, in der wir ungerechte Systeme unterstützt haben, indem wir seine Gegner und Opfer für psychisch krank erklärten. []

„Vier Stunden online sind nicht viel“

DER SPIEGEL vom 17.9.16 (Interview): „Das Bedürfnis, Neues über unsere Mitmenschen zu erfahren, ist ein sehr ursprüngliches. Bescheid zu wissen, was andere machen, geht online viel schneller. Was wir uns erhalten müssen, ist aber die Fähigkeit, Abwesenheit zu ertragen. Die ist ganz wichtig dafür, dass wir rational mit bestimmten Dingen umgehen können.“ []